Il-14

  • Airpark Zruc 2017

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    Eines der vier größeren Luftfahrtmuseen in Tschechien ist der Airpark Zruc. Von jeher eine private Sammlung der Familie Tarantik, konnten wir schon vor 10 Jahren einen ersten Einblick gewinnen. Hat sich etwas verändert? Ja, ganz gewaltig hat sich das Gelände verändert! Vor gut 10 Jahren hatte ich den Eindruck, das diese Sammlung mehr ein Lagerplatz in Auflösung war. Eine ausführliche Besichtigung war nicht gewünscht, viele Flugzeuge trugen für mich den Charakter "Kommt-noch-weg". 

    2017 sieht das ganz anders aus. Das (kleine) Gelände ist berstend voll mit Flugzeuge, Hubschraubern, Teilen davon, Fahrzeugen und - manchmal auch - augenscheinlichen Schrott. Es sind deutlich mehr Flugzeuge geworden. Im ersten Teil, öffentliche Ausstellung, im zweiten Teil die Spezialausstellung, im dritten Teil das nichtöffentliche Deposit. Dazu die Spezialbesichtigungen Tu-104 und Tu-154. Spezial heißt in diesem Fall - extra Eintritt. Der Eintritt ist nicht ohne, aber so kann man einen wirklich interessierten Besucher vom "Schau-mal-ein-Flugzeug" Gast trennen denn die Spezialzonen werden von den Betreibern persönlich begleitet.  

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    Avia / Il-14T, 3146

    Wir hatten das Glück, den Senior Karel als Museumsführer begrüßen zu dürfen, ein sehr engagierter Mensch, der seine (Lebens)Aufgabe in der Rettung, Aufbewahrung und dem Zeigen von Luftfahrzeugen sieht. Auch die Restauration ist sein Thema, das allerdings, klappt leider nicht wirklich. 

    Keines der Flugzeuge ist in einem gut restaurierten Zustand. Meist werden die Exponate nur hingestellt, übereinader geschachtelt und ineinander verzahnt.
    So ist das Fotografieren kaum möglich, die Lichtverhältnisse mit Gegenlicht und viel Schatten recht miserabel.

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    MiG-19S, 0876

    Trotzdem ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut! Jeder von uns hat immer Ideen, wie man es besser macht - aber niemand macht sich ran! Hier in Zruc, nördlich von Plzen, hat aber jemand angefangen und macht immer weiter! Nur so können wir seltene MiG-19, Mi-1, An-32 oder eine Aero-270 sehen. Ohne das persönliche Engagement gäbe es das nicht! 
    Nun muss nicht jeder sein eigenes Museum eröffnen, aber auch Eintritt unterstützt jedes Museum, zudem bieten viele Museen Fördervereine an, in denen man sich engagieren kann.

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    Avia / Il-14FG 6103 Bugsektion, hier eine FG Version - ein Vermessungsflugzeug

    Beim Durchgang durch die Ausstellung fallen die sogenannten "Pin up" auf Flugzeugen auf. Eigentlich kein klassiches Thema bei Flugzeugen im Osten Europas. 
    Nein, ein Hobby des Eigners, hier verwirklicht er sich künstlerisch selbst, keine historische Vorlage.

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    Mirage 3R, 304. Sauber aufgestellt, Original Lack und das Cockpitglas wird meist abgedeckt

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    Nebenan ein anderes Bild. Ein Tu-134A Bug, eingesetzt als Zaun vom Spezialbereich. Dahin An-24, 7110, ex. Czech Air Force.

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    Ähnliches Bild auf der anderen Seite, zwei Mi Heckausleger, darunter Tragflächen, eine frühe polnische MiG-21PF und im Hintergrund Il-18.  

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    Oben drüber ein SM-1/ Mi-1M. Ex. 4033, danach OK-UVE, 1981 ausser Dienst. In der CSSR wurden die Mi-1 zivil weitergenutzt, daher sind noch einige Exemplare in Museen erhalten. 

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    Recht neu im Museum ist die Tu-104 / OK-NDF. 1959 in Dienst bei der Aeroflot kam sie 1963 zur CSA wo sie bis 1974 flog. Weitere 38 Jahre stand die Maschine in Olomouc, zuletzt als Bar.
    2012 die Überführung nach Zruc. Der Anstrich ist neu, auf der rechten Seite das CSA Rot, auf der linken Seite die blaue Aeroflot Bemalung mit der (echten) Kennung CCCP-42391, mit der die Maschine bis 1963 flog.

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    Gehen wir in den Spezialbereich. MiG-15UTI, 2501. Darunter und dahinter Schleppziele. Immerhin, die Kabine hat eine Abdeckung....

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    Ein Rumpf einer Aero C-3A, ex. 33/OK-AYA, Lizenzbau der Siebel Si-204 bis 1949

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    Auch recht neu in der Ausstellung, Aero-270. 2008 wurde das ehrgeizige Aero Programm gestoppt, mittlerweile alle Werkzeuge nach Weißrussland verkauft. Im Museum der statische Prototyp 004. 3 weitere, unvollendete Rümpfe sind ebenfalls vorhanden. 

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    An-24, Czech Air Force 7110 und L-200 Moravan OK-HXN.

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    Die An-24 kann innen besichtigt werden. Im Gegensatz zur Tu-104 ist sie innen komplett ausgestattet.

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    Ebenfalls offen - Il-18B (später Il-18W), OK-PAE, 1961 bis 1980 bei der CSA geflogen. Sie kam ca. 2003 in dieses Museum.

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    Ein Blick in den Lagerbereich. Hier stehen noch MiG-15, MiG-21, Su-7 und warten auf den Verkauf oder den Tausch mit anderen Museen. Der Bereich ist aber nicht mehr so gefüllt wie vor 11 Jahren.

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    Außen, vor dem Museum die neueste Errungenschaft, eine Tu-154M, 1003. Die Maschine wurde 1996 hergestellt, aber erst 2000 übernommen. 2007 konnten wir sie zum Abschluß Ihrer Karriere noch in Caslav fotografieren, nach 2736 Flugstunden erfolgte im November 2007 die Außerdienststellung. Seit 2016 steht der Rumpf in Zruc.

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    Zum Abschluss der Bilderreihe links der Museumbetreiber und unser geduldige Museumerklärer Karel Tarantik. 

    Viele weitere Bilder erscheinen in der Galerie.

    • 2611, L-29RS
    • Zugriffe: 14
    • Airline/LSK: ex. CZ Air Force
    • 1032, Mi-8T
    • Zugriffe: 11
    • 46, Super Mystere
    • Zugriffe: 15
    • Airline/LSK: ex. French Air Force
    • 1808, MiG-21PFNew
    • Zugriffe: 10
    • Aufnahmeort: Zruc
    • Airline/LSK: Polish Air Force

     

    Text und Fotos: Jan Könnig, (C) 2017 

     

  • Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau - Gestern und Heute

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    Tief im Südosten Polens, wir besuchen eines der größten Luftfahrtmuseen Europas. 

    Muzeum Lotnictwa Polskiego w Krakowie, mitten in der Stadt Krakau, gelegen auf Teilen des ehemaligen Flughafens Krakow-Rakowice. Aus dem Norden Deutschlands ist die Anreise nicht eben machbar. Daher wurde bei einem ersten Besuch 2004 ein Zug benutzt, der damalige Eurocity Wawel. Anfahrt aus Hamburg direkt nach Krakau. 
    Diesen Zug gibt es leider nicht mehr, so kam 2015 nur die PKW Anreise in Frage. Nicht minder interessant, denn unterwegs in Schlesien sind gute Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden!

    Es soll hier aber in erster Linie um den Vergleich 2004-2015 gehen, denn das Museum selbst wurde reichlich beschrieben und auch 2007 von Rene besucht.

    2004 konnte man noch von Geheimtip sprechen, wenig nichtpolnische Besucher verirrten sich in die kaum ausgeschilderte Ausstellung.
    Platz war reichlich vorhanden, kaum Nachbarn. Im großen Hangar ein Mix aus Weltkriegs Veteranen und polnischen Eigenentwicklungen. Daneben eine historische Halle, frisch eröffnet mit den Resten der Deutschen Luftfahrt Sammlung Berlin, einigen WK I Flugzeugen bzw. deren Rümpfe. Der Rest stand in Freien, nicht restauriert aber ordentlich erreichbar und zugänglich. 

    Bis 2015 hatte sich einiges verändert. Ein neues Hauptgebäude wurde errichtet, zu meinem Besuchszeitpunkt leider wegen Renovierung geschlossen. Schade. Westlich der WK I Halle entstanden 2 Wellblechhallen für die Ausstellung "Kalter Krieg" und als Werkstatt genutzt werden. Leider sind beide Hallen sehr unpassend und unschön. Aussen ist die Grundaufstellung weiterhin vorhanden, es sind viele Exponate dazugekommen. Fast würde ich sagen, die Menge der Flugzeuge und Hubschrauber hat sich verdoppelt. Mehr als verdoppelt hat sich die Anzahl der Bauten ringsum, das Museum ist eingebaut worden von modernen Gebäuden. Um so erstaunlicher, dass dazwischen trotzdem noch geflogen wird, einmal jährlich findet das Piknik lotniczy - eine Airshow statt.

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    Hauptgebäude und neuer Eingang

     

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    2015, Blick durch die Aussenausstellung

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    2004 war die Flugzeugmenge deutlich geringer

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    2004, Blick über die MiG-Ecke. Kaum Bebauung in der Nähe. 

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    2015, mittig die WK I Halle, rechts noch sichtbar die Blechhalle für die Ausstellung "Kalter Krieg". Die Flugzeuge im Vordergrund, u.a. Harrier, MiG-21 und Jaguar sind dort thematisch angeordnet.

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    2004 standen hier Mi-4 Hubschrauber. Auf dem Gelände der heutigen Blechhallen lagerte die Reserve des Museum, u.a. MiG-21 und Su-7.

     

    Allein die Menge der Flugzeuge und Hubschrauber ist also in den letzten 11 Jahren deutlich gewachsen. Über den Zustand der Exponate kann das leider nicht gesagt werden. Einiges wurde restauriert (Spitfire, Bf-109) einiges nur mit Farbe versehen (LIM- Versionen, Mi-4, Il-10). Der große Rest steht leider heute genauso da, wie vor 11 Jahren. Umwelteinflüsse nagen auch hier am Metall und den Plexiglasscheiben.
    Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Luftfahrtmuseen aktuell nicht mit warmen Geldspenden versorgt werden. Lieber den 100en Cappuccino oder nach 2 Jahren endlich wieder ein neues Auto... als etwas Interesse, Zeit oder gar Geld in "altes Blech" zu stecken. In gewisser Weise ist das Krakauer Museum mit dem ehemaligen Museum in Moskau/Chodinka zu vergleichen.
    Innenstadtlage, umrahmt von neuen Häusen, immer weniger Platz. Chodinka gibt es nicht mehr. Allerdings, das Krakauer Museum ist ein staatliches Museum, keine Privatveranstaltung, wie das damalige Museum Chodinka. 

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    LIM-2, 712 rot  im Jahre 2015

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    gleiches Flugzeug, LIM-2, 712 rot im Jahre 2004.

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    Impressionen 2015 unter der Il-28 Fläche hindurch

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    F-105D "Polish Glider" vor dem Hangar, 2015

    Auffällig ist, das mittlerweile Konzepte für unterschiedliche Ausstellunsggruppen greifen. So wird das Thema 1. Weltkrieg mit den Resten der Deutschen Luftfahrt Sammlung dargestellt. Leider sind alle Ecken/Räume sehr dunkel, kaum fotografierbar.
    Gleiches gilt auch für die Motorensammlung und die Halle "Kalter Krieg".  Welcher Hintergrund verbirgt sich hier: Stromsparmodus oder alles Konzept?
    Die MiG und Su-Alley dagegen ist an gewohnter Stelle chronologisch nach Typ aufgestellt. Neu dazu gesellen sich landwirtschaftliche Flugzeuge und Passagierflugzeuge. 
    Wenn man die Suchoi´s etwas weiter auseinanderziehen würde, würde das beim Fotografieren helfen!

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    2004, gerade öffentlich zugänglich gemacht: WK I Flugzeuge mit Flatterband

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    2015 in Inselform ohne zusätzliche Beleuchtung ausgestellt, hier glüht das Blitzgerät!

    Fazit: Trotz einiger Unzulänglichkeiten ist dieses Museum ein Pflichtpunkt auf der Museum-To-Visit Liste. Vielleicht wird die eine oder andere Maschine restauriert und Depotflugzeuge ausgestellt oder gegen sinnvolle Ergänzungen getauscht.
    Natürlich ist Krakau selbst ein Besuch wert - in 10 Jahren komme ich wieder!

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    MiG-21, Su-20 und diverse LIM- Depotmaschinen, wie lange noch?

    Weitere Bilder in der Galerie, hier eine Auswahl:

    • 3305, Su-22M4
    • Zugriffe: 191
    • 3005, Su-22M4
    • Zugriffe: 187
    • S3, Il-28U
    • Zugriffe: 182
    • L.F.G. Roland D.VI
    • Zugriffe: 163
    • XG-613, De Havilland DH.112 Sea Venom
    • Zugriffe: 166
    • 5502, A-7P Corsair II
    • Zugriffe: 167
    • R-855, Canadair CF-104 Starfighter
    • Zugriffe: 194
    • 0305, PZL I-22 Iryda M-93K
    • Zugriffe: 229
    • 4115, MiG-29UB
    • Zugriffe: 246
    • 1217, MiG-21U
    • Zugriffe: 192
    • De Havilland DH.100 Vampire
    • Zugriffe: 167
    • 606, Lim-6M
    • Zugriffe: 188
    • 807, Su-7BKL
    • Zugriffe: 198
    • 6 weiss, Mi-4MA
    • Zugriffe: 193
    • SP-WAK, PZL-101 Gawron
    • Zugriffe: 162
    • 1023, WSK Lim-5 / MiG-17F
    • Zugriffe: 250

    oder Map

     

     

Galerie

  • LN-WIT DHC-8 103A Widerøe TOS
  • Zugriffe: 482

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