Luftfahrtmuseen

Das Technik Museum Speyer ist im Grunde ein Ableger des Auto- und Technik-Museum in Sinsheim. Da die dortigen Hallen keinen Platz mehr für neue Exponate boten wurde das Technik Museum in Speyer gegründet. Mittelpunkt des Museum Speyer ist die „Liller Halle“ aus dem Jahre 1913, welche ursprünglich in Lille/Frankreich stand. In Speyer diente die Halle bis 1918 den „Pfalz-Flugzeugwerken“. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Halle von den französischen Alliierten genutzt. Eröffnet wurde das Museum 1991.
Gezeigt werden wie in Sinsheim neben Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen aller Art, Lokomotiven zusätzlich Schiffe darunter auch ein U-Boot der deutschen Marine. Weiterer Anziehungspunkt ist das IMAX-Kino. Das Museum ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Nähere Informationen zu den Öffnungszeiten, Anfahrtswegen u.a. gibt es unter www.technik-museum.de !

Die Ausstellung wird dominiert von der An-22 und der Boeing B747.

Bei der B747 handelt es sich um die D-ABYM der Lufthansa. Es ist eine B747-230. Diese Maschine mit der Nummer (c/n) 215881342 wurde im Oktober 1978 an die LH ausgeliefert und legte bis 2001 80 Millionen Kilometer zurück. Ihr letzter Flug führte sie am 28.01.2002 von Frankfurt (FRA/EDDF) nach Baden-Baden (EDSB). Von dort ging es dann im teilweise zerlegten Zustand per LKW nach Speyer. Die Aufstellung im Museum war am 28.03.2003 abgeschlossen.

Die An-22 schaffte es am 29.12.1999 gegen 14.00 Uhr aus eigener Kraft ins Museum nach Speyer. Naja fast. Die letzten Meter von der Rollbahn des Flugplatzes Speyer bis ins Museum mußte sie geschleppt werden.
Dennoch eine erstaunliche Leistung. Schließlich schaffte es die Besatzung der An-22 diese auf der 1200m langen oder sollte es besser heißen kurzen Bahn zu landen. Die An-2 ist der größte Turboprop der Welt. Das Exemplar in Speyer war als UR-64460 registriert und trug war Baunummer (c/n) 63401032203.

Viele der Maschinen sind auf Stelzen montiert ausgestellt und ein großer Teil der Luftfahrzeuge scheint gut erhalten zu sein. Leider nimmt man es mit der historischen Genauigkeit nicht sehr genau. Diverse Jets werden in Lackierungen gezeigt die sie während ihrer Einsatzzeit nie getragen haben. Da stellt sich mir schon die Frage ob reguläre Farbschemata nicht aufregend genug sind für ein Museum?!

Auf einige Beispiele dafür will ich im folgenden kurz eingehen:

Die Fiat G.91R3 welche in einer Lackierung der Frecce Tricolori gezeigt wird, ist in Wirklichkeit die 31+47 (c/n 415) der Luftwaffe. Für diese war sie bis 1981 im Einsatz.

Die MiG-23BN 22+02 mit der Haifischlackierung trug einst die Nummer 20+39 (c/n 0393211087) bzw. in der NVA die 690. Die Haifischlackierung hat es tatsächlich gegeben, aber an einer MiG-21 die tatsächlich die Nummer 22+02 trug.

Die in einer Lackierung der Blue Angels präsentierte F-4J ist eigentlich eine F-4C. Diese F-4C (63-7423 c/n364) war eine Maschine der USAF und ist nie bei der USN geflogen.

Bei der in den Farben des Red Archers Display Team der indischen Luftwaffe gezeigten MiG-21, handelt es sich um die MiG-21SPS (c/n 94A4301) der Luftwaffe (22+25 ex NVA 738).

Ebenfalls im Freigelände zu sehen ist die F-104G 26+63 des JaboG33. Diese Maschine trägt aber eine Lackierung des Viking Display Teams der Marine.

Informationen zu weiteren im Museum ausgestellten Luftfahrzeuge folgen! Mehr Bilder vom Museum finden sie in unserer Galerie!

Aktualisierung vom 10.12.2005:
Letzter Neuzugang war eine Bombardier CL-215. Die Canadair CL-215 wurden in den sechziger Jahren entworfen und in Produktion gegeben. Hauptsächlich gegen die am Mittelmeer häufigen Waldbrände wurden sie eingesetzt.
Zur Feuerbekämpfung trägt die CL-215 ca. 5.445 l Wasser oder Löschflüssigkeit in zwei Rumpftanks. Das Wasser kann aus einem in der Nähe gelegenen See oder Fluss durch zwei Öffnungen in der Rumpfunterseite aufgenommen werden, während das Flugzeug über die Wasseroberfläche fliegt.
Dann steigt die Maschine wieder auf und wirft das Wasser über dem Feuer ab. Die Operation wird so oft wiederholt, bis der Brand gelöscht ist; in den meisten Fällen kann alle zehn Minuten eine Wasserladung abgeworfen werden.
Spektakulär war der Einsatz dieser Flugzeuge bei Deutschlands größter Waldbrandkatastrophe im August 1975 in der Lüneburger Heide. Vom Steinhuder Meer schleppten die „Wasserbomber“ tonnenweise das Löschwasser heran und warfen es in die Flammenherde.
Die CL-215 ist relativ groß. Ihre Spannweite beträgt 28,60 m, die Länge 19,82 m und die Höhe 8,92 m.
Dieser Flugzeugtyp wurde auch als Such- und Rettungsflugzeug mit sechs Mann Besatzung eingesetzt.
Ebenfalls jetzt in der Ausstellung der dritte Starfighter des Museums, der vorher in einer nahe gelegenen Halle stand und in seinem schlechtem Zustand jetzt vollends den Elementen der Natur ausgeliefert ist.

Mehr Bilder gibt es in unserer Galerie. Hier klicken !

344 4420 
Blick auf einen Teil des Museumsgeländes
CL-215 
besagter Starfighter 
345 4525 
F-104G Starfighter 
Boeing 747 Lufthansa 
Boeing 747 Lufthansa 
An-22 

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