Luftfahrtmuseen

Park des Sieges – Moskau Eine ganz neue Metrostation – Park Pobjeda.
Park des Sieges, des Sieges über die Deutschen die im vergangenen und heute manchmal noch, nur als Faschisten bezeichnet wurden.
Kolossales Mahnmal der Geschichte, Erinnerungsstätte, Museum und Freizeitpark. Doch der Reihe nach. Die neu eröffnete Metrostation „Park des Sieges“ glänzt in roten und hellen Marmor, ganz so wie zu den „alten“ Zeiten.
Am Ausgang der Metro führt der Weg zum Mahnmal, ein Obelisk aus Bronze, der die Namen und Stätten des Krieges abbildet. Im Halbrundbau dahinter eine Gedenk- und Erinnerungsstätte, die aber dieses mal nicht da Ziel unseres Besuches ist. Ziel ist das Waffenmuseum im südwestlichen Teil.
Die Frau am Eintritt nimmt uns 120 Rubel für Eintritt und Fotografiererlaubnis ab. Beim zu späten Kontrollieren stellt sich heraus, es hätten aber nur 90 sein dürfen. Egal, nun erstreckt sich vor uns ein Querschnitt an Militärtechnik aus vielen Jahrzehnten. Maulwurfartig arbeitet wir uns an deutschen Panzern, russischen Haubitzen, LKW und englischen Tanks vorbei, bis zu dem eigentlichen Zweck unseres Besuches, den Flugzeugen.
Nein, ich habe Sie nicht übersehen, all die (russischen) Panzer, Kanonen, LKW, PKW, die gesprengte Brücke, den Zug, die Minen. Ich habe Sie auch abgelichtet, aber das Interesse der Flugzeugfans trifft hier nicht immer mit dem meinigen zusammen.

Die Luftfahrzeuge sind eng aneinandergereiht. Neben den bekannten MiG´s und Mi´s stehen hier aber interessante Zeugen der Luftkriegsgeschichte, Li- 2, LaGG- 3, La- 5, Jak- 3, Il- 2, Bf 109, Po- 2, I- 16 und mehr.
Alles wirkt relativ gut gepflegt, wenn auch die Authentizität der Farben und Tarnschemen nicht gesichert ist. Fahrwerkschächte wurden oftmals nachträglich geschlossen, Klappen durch „Bleche“ ersetzt.
Zumindest bemüht man sich, alles ist frisch lackiert und teilweise konserviert. Eine wahre Schatzgrube befindet sich hinter der eigentlichen Ausstellung in zwei abgezäunten Gebieten. Hier warten viele Fahrzeuge und einige interessante Flugzeugteile (Ki-43, Ju-88) auf das, was der russische Herbst so zu bieten hat.
Einen Besuch im Park des Sieges und der Waffenausstellung kann man nur jedem empfehlen! Flugfeld Chodinka – Moskau Ständen wir an dieser Stelle vor 15 Jahren, eine Militärgefängniszelle wäre gefüllt. Das Flugfeld Chodinka war seit den 20er Jahren am Stadtrand von Moskau in Betrieb und während des Krieges starteten hier Maschinen der Moskauer Luftverteidigung, später Testflugzeuge.
Mit dem schnellen anwachsen der Stadt Moskau wurde das Flugfeld (Chodinskoje Polje) von Wohnungen umbaut und die strategisch günstige Lage verfiel zunehmend zum Spielplatz der ZSKA- Sportler. 1989 fand hier (stimmt das? Oder war das 90, ??) die erste Öffentliche Luftfahrt-Ausstellung statt, die erste so zu sagen inoffizielle MAKS.
Der größere Teil des Platzes ist noch unbebaut und die befestigten Bahnen werden heute als Go Cart Bahn und als Tummelplatz für Modellflieger genutzt. Im Nordwestlichen Teil sammelten einige Enthusiasten eine beträchtliche Anzahl an sowjetischen Luftfahrzeugen zusammen. Anders als in bekannten Moskauer Museum Monino, stehen hier aber ausgediente Einsatzmaschinen, keine Prototypen oder Sondermodelle. Zu Anfang der 90er Jahre noch schön aufgestellt, mit Schildchen und Erklärungen versehen, bietet sich heute dem Betrachter ein eher schreckliches Bild. Verfall und Vandalismus sind hier keine Fremdwörter. Die Existenzbedrohung kommt aber von einer anderen Seite. Da Bauland knapp und teuer ist, wurde mir vor vier Jahren schon gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis das Gelände mit Apartmenthäusern zugebaut wäre.
Also schnell hin und fotografiert. Denkste Puppe. „Sakruitno!“ – Geschlossen!? Warum wollte ich wissen und warum steht da ein Bus auf dem Gelände und 2 Damen werden in Pose gedreht? Uns gelingt es, mit einem Euro Bündelchen eine Halbe Stunde Zeit zum Fotografieren herauszuschinden. Eine Halbe Stunde für 50 Flugzeuge? Nun, es geht, im Laufschritt, jeder Flieger von links und rechts. Exakt nach 29 min war der Kolja wieder da, bat uns, den Platz zu verlassen. Die Gründe sind mir noch nicht ganz klar, das Museum sei komplett geschlossen sagte er (!) es soll eine neue Ausstellung gebe, nur weiss keiner wann und wo? Vor zwei Jahren durfte ich mich schon mal in Ruhe umschauen. Seitdem wurden einige Maschinen vom Platz geschafft, so Jak-28, Tu-123 und Su-25.
Trotz längerer Anfahrtszeit und weitem Weg zu laufen (nein, man glaubte mir nicht wirklich, dass ich Euch zu den Fliegern führe) bin ich trotzdem froh und dankbar, alles vielleicht noch mal ein letztes Mal fotografiert konnte.