Luftfahrtmuseen

Tief im Südosten Polens, wir besuchen eines der größten Luftfahrtmuseen Europas. 

Muzeum Lotnictwa Polskiego w Krakowie, mitten in der Stadt Krakau, gelegen auf Teilen des ehemaligen Flughafens Krakow-Rakowice. Aus dem Norden Deutschlands ist die Anreise nicht eben machbar. Daher wurde bei einem ersten Besuch 2004 ein Zug benutzt, der damalige Eurocity Wawel. Anfahrt aus Hamburg direkt nach Krakau. 
Diesen Zug gibt es leider nicht mehr, so kam 2015 nur die PKW Anreise in Frage. Nicht minder interessant, denn unterwegs in Schlesien sind gute Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden!

Es soll hier aber in erster Linie um den Vergleich 2004-2015 gehen, denn das Museum selbst wurde reichlich beschrieben und auch 2007 von Rene besucht.

2004 konnte man noch von Geheimtip sprechen, wenig nichtpolnische Besucher verirrten sich in die kaum ausgeschilderte Ausstellung.
Platz war reichlich vorhanden, kaum Nachbarn. Im großen Hangar ein Mix aus Weltkriegs Veteranen und polnischen Eigenentwicklungen. Daneben eine historische Halle, frisch eröffnet mit den Resten der Deutschen Luftfahrt Sammlung Berlin, einigen WK I Flugzeugen bzw. deren Rümpfe. Der Rest stand in Freien, nicht restauriert aber ordentlich erreichbar und zugänglich. 

Bis 2015 hatte sich einiges verändert. Ein neues Hauptgebäude wurde errichtet, zu meinem Besuchszeitpunkt leider wegen Renovierung geschlossen. Schade. Westlich der WK I Halle entstanden 2 Wellblechhallen für die Ausstellung "Kalter Krieg" und als Werkstatt genutzt werden. Leider sind beide Hallen sehr unpassend und unschön. Aussen ist die Grundaufstellung weiterhin vorhanden, es sind viele Exponate dazugekommen. Fast würde ich sagen, die Menge der Flugzeuge und Hubschrauber hat sich verdoppelt. Mehr als verdoppelt hat sich die Anzahl der Bauten ringsum, das Museum ist eingebaut worden von modernen Gebäuden. Um so erstaunlicher, dass dazwischen trotzdem noch geflogen wird, einmal jährlich findet das Piknik lotniczy - eine Airshow statt.

Hauptgebäude und neuer Eingang

 

 

2015, Blick durch die Aussenausstellung

2004 war die Flugzeugmenge deutlich geringer

2004, Blick über die MiG-Ecke. Kaum Bebauung in der Nähe. 

2015, mittig die WK I Halle, rechts noch sichtbar die Blechhalle für die Ausstellung "Kalter Krieg". Die Flugzeuge im Vordergrund, u.a. Harrier, MiG-21 und Jaguar sind dort thematisch angeordnet.

2004 standen hier Mi-4 Hubschrauber. Auf dem Gelände der heutigen Blechhallen lagerte die Reserve des Museum, u.a. MiG-21 und Su-7.

 

Allein die Menge der Flugzeuge und Hubschrauber ist also in den letzten 11 Jahren deutlich gewachsen. Über den Zustand der Exponate kann das leider nicht gesagt werden. Einiges wurde restauriert (Spitfire, Bf-109) einiges nur mit Farbe versehen (LIM- Versionen, Mi-4, Il-10). Der große Rest steht leider heute genauso da, wie vor 11 Jahren. Umwelteinflüsse nagen auch hier am Metall und den Plexiglasscheiben.
Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Luftfahrtmuseen aktuell nicht mit warmen Geldspenden versorgt werden. Lieber den 100en Cappuccino oder nach 2 Jahren endlich wieder ein neues Auto... als etwas Interesse, Zeit oder gar Geld in "altes Blech" zu stecken. In gewisser Weise ist das Krakauer Museum mit dem ehemaligen Museum in Moskau/Chodinka zu vergleichen.
Innenstadtlage, umrahmt von neuen Häusen, immer weniger Platz. Chodinka gibt es nicht mehr. Allerdings, das Krakauer Museum ist ein staatliches Museum, keine Privatveranstaltung, wie das damalige Museum Chodinka. 

LIM-2, 712 rot  im Jahre 2015

gleiches Flugzeug, LIM-2, 712 rot im Jahre 2004.

Impressionen 2015 unter der Il-28 Fläche hindurch

F-105D "Polish Glider" vor dem Hangar, 2015

Auffällig ist, das mittlerweile Konzepte für unterschiedliche Ausstellunsggruppen greifen. So wird das Thema 1. Weltkrieg mit den Resten der Deutschen Luftfahrt Sammlung dargestellt. Leider sind alle Ecken/Räume sehr dunkel, kaum fotografierbar.
Gleiches gilt auch für die Motorensammlung und die Halle "Kalter Krieg".  Welcher Hintergrund verbirgt sich hier: Stromsparmodus oder alles Konzept?
Die MiG und Su-Alley dagegen ist an gewohnter Stelle chronologisch nach Typ aufgestellt. Neu dazu gesellen sich landwirtschaftliche Flugzeuge und Passagierflugzeuge. 
Wenn man die Suchoi´s etwas weiter auseinanderziehen würde, würde das beim Fotografieren helfen!

2004, gerade öffentlich zugänglich gemacht: WK I Flugzeuge mit Flatterband

2015 in Inselform ohne zusätzliche Beleuchtung ausgestellt, hier glüht das Blitzgerät!

Fazit: Trotz einiger Unzulänglichkeiten ist dieses Museum ein Pflichtpunkt auf der Museum-To-Visit Liste. Vielleicht wird die eine oder andere Maschine restauriert und Depotflugzeuge ausgestellt oder gegen sinnvolle Ergänzungen getauscht.
Natürlich ist Krakau selbst ein Besuch wert - in 10 Jahren komme ich wieder!

MiG-21, Su-20 und diverse LIM- Depotmaschinen, wie lange noch?

Weitere Bilder in der Galerie, hier eine Auswahl:

  • 116, Su-7U
  • Zugriffe: 119
  • 1901, MiG-21PF
  • Zugriffe: 127
  • Tupolew Tu-2S
  • Zugriffe: 81
  • 6504, MiG-21MF
  • Zugriffe: 140
  • PWS-26
  • Zugriffe: 104
  • 06, Su-7BM
  • Zugriffe: 129
  • BA-03, Mirage-5BA
  • Zugriffe: 102
  • PZL-106AR
  • Zugriffe: 122
  • 54, AJSF-37 Viggen
  • Zugriffe: 153
  • L.F.G. Roland D.VI
  • Zugriffe: 92
  • Cessan A-37B Dragonfly
  • Zugriffe: 117
  • 1409, TS-11bisDF Iskra
  • Zugriffe: 142
  • 806, Su-7BKL
  • Zugriffe: 119
  • 304, Su-22UM3K
  • Zugriffe: 111
  • 3305, Su-22M4
  • Zugriffe: 127
  • 3 rot, Messerschmitt Bf-109 G-6
  • Zugriffe: 94

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