Streitkräfte

JG74 Wappen Ende November (22.11.2007) hatte ich Gelegenheit das JG74 zu besuchen. Der Verband steckt mitten in der Umrüstung auf den Eurofighter. Seit 1974 wird die F-4F Phantom geflogen. Doch diese Zeit geht langsam aber sicher zu Ende. Seit 2003 wird an allen Ecken und Enden daran gearbeitet die Infrastruktur fitzumachen für den Eurofighter. Nicht umsonst hat der Kommodore des JG74, Oberst Uwe Klein, das Geschwader als Baustelle mit Flugbetrieb bezeichnet. Der Sicherheit hat das aber keinen Abbruch getan. Erst 2007 überreichte der Divisionskommandeur Generalmajor Gericke dem stellvertretenden Kommodore Oberstleutnant Köck die Flugsicherheitsurkunde für sieben unfallfreie Jahre!

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JG74 Air Police QRA Der Fliegerhorst Zell ist dabei auch ein Pilotprojekt der Luftwaffe. So werden die neuen Gebäude nicht wie früher auf dem Gelände verteilt, sondern zusammengefasst bzw. nah beieinander errichtet. Das Ergebnis wird auch als Eurofighter-City bezeichnet. Die beiden fliegenden Staffeln, der Geschwadergefechtsstand und die Einsatzsteuerung werden in einem Gebäude untergebracht. In unmittelbarer Nähe werden bzw. wurden errichtet: ein neues Simulatorgebäude, eine neue Luftfahrzeuginstandsetzungshalle und die neue Feuerwache. Statt Lfz-Durchrollhallen, wie sie in Laage zu finden sind, werden in Neuburg die Shelter für den Betrieb mit dem Eurofighter modifiziert. Die Baumassnahmen werden voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein. Ca. 90 Millionen Euro, davon allein 17 Millionen für IT, werden investiert.

F-4F vor Shelter Insgesamt werden 35 Eurofighter in Neuburg stationiert. Jede Staffel soll über 17 Piloten verfügen. Die ersten vier Piloten des JG74 begannen im Januar 2007 mit der Umschulung auf den Eurofighter. Derzeit operieren Phantom und Eurofighter noch nebeneinander in Neuburg. Doch im Laufe des Jahres 2008 soll es zur Wachablösung kommen. Dann wird mit dem neuen Waffensystem die Alarmrotte gestellt und die Luftverteidigung sichergestellt. Die noch verbliebenen F-4F werden entweder ausser Dienst gestellt oder an das JG71“R“ in Wittmundhafen abgegeben, welches noch bis voraussichtlich 2012 die Phantom fliegen wird. Piloten die nicht umschulen gehen ebenfalls nach Wittmund, ebenso die Waffensystemoffiziere oder wechseln in andere Verwendungen.

Offiziell erhielt das JG74 in einer feierlichen Zeremonie am 25.07.2006 die ersten Eurofighter. Vier Einsitzer (30+08, 15, 19, 21), gestartet in Laage, überflogen in Begleitung von zwei Phantom (38+16 & 38+50) den Fliegerhorst und landeten. Zusätzlich war ein Doppelsitzer (30+05) aus Laage dabei. Anschliessend wurden die vier Einsitzer vom Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik, im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt an Oberst Klein übergeben. Es waren jedoch nicht alle Maschinen für das Geschwader bestimmt. Lediglich die 30+19 und 21 blieben in Neuburg. Die anderen kehrten am nächsten Tag nach Laage zum JG73“S“ zurück. Die Verbandsabzeichen des JG74 waren lediglich aufgeklebt. Dafür trafen am 26.07.06 die 30+24 und 25 frisch aus Manching ein. Die 21 wurde zu einem späteren Zeitpunkt an Laage zurückgegeben.

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30+40 Eurofighter GS

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30+39 Eurofighter GS

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Blick in die alte Wartungshalle. Hier passen lediglich fünf Maschinen hinein. In der neuen Halle werden es acht sein.

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Bestand Eurofighter  JG74 Dezember 2007 
 Kennung c/n 
 30+19 GS0011 
 30+23 GS0014 
 30+24 GT0010 
 30+25 GS0015 
 30+26 GS0016 
 30+27 GT0011 
 30+28 GS0017 
 30+29 GS0018 
 30+30 GS0019 
 30+32 GS0020 
 30+33 GS0021 
 30+35 GT0013 
 30+38 GT0014 
 30+39 GS0025 
 30+40 GS0026 
   
   
 GS=Single Seater
GT=Twin Seater 

Einige Maschinen befanden/befinden sich in Manching zur Umrüstung.