Vermischtes

Vor 100 Jahren begann das Kapitel der Marineflieger in Deutschland. Dazu fand im August 2013 ein Tag der offenen Tür und ein Fototag statt. Doch was genau wird hier "gefeiert"? 

Zum 1.6.1913 wurden im kaiserlichen Deutschland die ersten Marinefliegereinheiten aufgestellt, eine Marineluftschiffabteilung in Johannisthal und eine Marinefliegerabteilung in Putzig/Danzig. Das erste Flugzeug war ein Fritsche Eindecker, ein Radflugzeug mit  zusätzlichen Kastenschwimmern.
Die ersten operativen Einheiten bestanden kurze Zeit später aber aus Luftschiffen, zu Beginn des ersten Weltkrieges verfügte die Marine gerade über ein Dutzend Flugzeuge.
Bekannt geblieben sind uns aus dieser Zeit z.B. die Hansa Brandenburg W-29 und die Friedrichshafen FF-29.
Aufgelöst wurden die kaiserlichen Seeflieger am 9.9.1920. 

7 Jahre später startete mit der SEVERA (Seeflieger Versuchsabteilung) wieder die Ausbildung zukünftiger Seeflieger.

Weitere 8 Jahre später am 27.3.1935 erfolgte die Aufstellung der ersten 3 Seefliegerstaffeln in Norderney, List/Sylt und Kiel/Holtenau. Hochfliegende Forderungen nach 300 bis 800 Flugzeugen in wenigen Jahren wurden geäußert, doch bereits 1938 begann mit Umstrukturierungen die Auflösung der selbstständigen Marineflieger.
Zu Kriegsbeginn 1939 zählte die Marine noch 139 Flugzeuge, 2 Jahre später wurde die Unterstellung der Luftflotte 3 verfügt und damit hörten die Marineflieger wieder auf zu existieren.  
Flugzeugtypen wie die Heinkel He-60, Dornier Do-18 und Blohm & Voss BV-138 kennen wir aus dieser Zeit.
Der letzte (Rettungs)Einsatz der ehemaligen Marineflieger erfolgt am 18.6.1945, bis 1947 operierte der Minenräumdienst. 

1956 führte die gerade entstandene Bundesmarine die ersten Luftfahrzeuge mit Do-27 und Fairy Gannet ein, die Volksmarine nahm 1959 in Parow mit Mil Mi-4 den Flugdienst auf.
Während die Marine in der Bundesrepublik zeitlich schnell und quantitativ hoch mit Flächenflugzeugen versorgt wurde, erhielt die Volksmarine in der DDR erst zum Ende der 1980er Jahre die Su-22 auf dem Flugplatz Laage, diese waren aber bis 1990 dem Kommando Luftstreitkräfte/Landesverteidigung unterstellt.  

Nach verschiedenen Umstrukturierungsmaßnahmen sind die heutigen Luftfahrzeuge der Marine in Nordholz konzentriert, dort fand nun auch der Fototag zum 100 jährigen Jubiläum statt. 

Präsentiert wurden die aktuellen Hubschrauber und Flugzeuge der Bundeswehr und vieler ausländischer Gäste. Wer also die Geschichte der Marinefliegerei erkunden möchte, kann dieses in diversen Museen tun, wir haben einige davon besucht.  

Mittlerweile ist es oftmals der Fall, dass vor einem öffentlichen Tag (hier am Sonntag) ein sogenannter Fototag stattfindet. An diesem Fototag präsentieren sich die Flugzeug den Fotografen (die Definition "Fotograf" ist da vom Handyknipser bis Stativfahrer sehr weit gefasst....). 
Üblicherweise sind die Ausstellungsobjekte nicht abgedeckt, eingezäunt oder abgeflattert, oftmals werden spezielle Wünsche an Position und Stellung kurzfristig erfüllt. 
All dieses wurde hier in Nordholz weitestgehend dargestellt. Sicher war das eine oder andere Flatterband vorhanden, damit muss man umgehen, genau wie mit dem Aufstellen der Zäune. Eine unrühmliche Ausnahme machten die zwei Tschechischen Mi-171, die den ganzen Tag abgedeckt blieben. Sicher war die Besatzung in Gedanken noch in Plzen...   

Für den Sonntag wurden mehrere Zehntausend Gäste erwartet, dahingehend wurde präpariert und vorgesorgt. Im Gegensatz zum Sonntag war die Organisation mit Gut zu bewerten, auch das Mittagessen! Um eventuellen Spekulationen vorzubeugen, für solch einen Fototag werden Unkostenbeiträge vorab erhoben - diese halte ich für absolut gerechtfertigt und sinnvoll!

Nun ist so ein Fototag keine Airshow, aber trotzdem zeigten sich überraschenderweise mit Bo-105, Do-28, Do-228 und Saab-105 Flugzeuge/Hubschrauber in der Luft.

Ganz anders dagegen am Publikum offenen Sonntag! Aufgrund des extrem schlechten Wetters mit tiefhängenden Wolken und Dauerregen konnte bis zum Mittag kaum geflogen werden, lediglich Rollen auf der SLB war möglich. Aber gegen Wetter ist nichts auszurichten, das merkten auch alle Tagesparker auf den angemieteten Wiesen, welche tief nass waren, normale PKW (ohne Allrad..) hatten teilweise Mühe voran- oder wegzukommen. 
Auf die Buslogistik zwischen Parkplatz und Flugplatz bezieht sich daher auch meine einzige Kritik, der Bustransfer von und zu den unterschiedlichen, nicht markierten oder beschilderten Parkwiesen war sehr verbesserungswürdig. 

Als Ergebnis zeigen wir aber knapp 100 Bilder von diesem Event, die Galerie ist mit mehr als 80 davon bestückt. In diesem Bericht sollen aber auch einige Bilder auftauchen, die ein wenig die Eindrücke und Hintergründe zeigen, ein Link zur Galerie beschließt diesen Bericht.

Parkplatz, Autos und Regen, so das Bild am Sonntag, dem eigentlichen Tag der offenen Tür. 

Hatte man es aber auf den Platz geschafft, warteten ungewohnte Einblicke. Die Neugier der Fotojünger ging aber zu weit, die Halle wurde bald geschlossen.

Offen dagegen die Klappen am Triebwerk dieses Sea King

Anfangs noch innerhalb der anderen Luftfahrzeuge stehend war der Sea Lynx im Sonderanstrich nicht besonders gut abzulichten. Später wurde dieser, genau wie der "blaue" Sea King, ins richtige Licht geschoben 

Ein Mi-17 oder Mi-8 ist mittlerweile selten auf deutschen Flugplätzen. Leider verblieben an diesem tschechischen Exemplar die Abdeckungen den ganzen Samstag

Kein Feuer weit und breit zu sehen!

Boeing E-3 Sentry AWACS

Ungewöhnliche Ereignisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - eine P-3C mit "angelegten" Gewichten 

100 Jahre Marineflieger, hier steht es zum Nachlesen! Lockheed P-3C, 60+01

Eben noch ein orangenes Abschiedskleid aus Kiel, jetzt schon wieder eine neue Sonderbemalung. Der Seeadlerkopf unter dem Bug ist deutlich zu erkennen.  

Gleiche Maschine, ja sie war vor einem Jahr noch orangefarben, man kann es erkennen. Vergleiche hier!

Ebenfalls ein Sea King, auch ein optisches Highlight! Ob es an Bord ein Skatblatt gibt?

So ein Tag der offenen Tür ist auch Leistungsschau. Ein neuer Mercedes Zetros 1833 Langhauber. 

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Man könnte meinen, die Air Force One sei gelandet.... nein, "nur" der sonderbemalte Sea King wurde positioniert

Luke Skywalker ist auch an Bord!

Am Samstag wurde auch ein wenig geflogen, die Sonne schickte derweil bestes Wetter vorbei!

Guten Tag sagt 86+51, Bo-105P1 - Extra für uns - oder?  

Servus auch aus Österreich, am Samstag gutes Flugwetter für die Saab-105, das sah....

am Sonntag ganz anders aus - Schietwetter!

Zwischendrin reichte es gerade so für einige Vorführungen von Sea Lynx und Sea King. Leider grau vor grau. Trotzdem aber eine gelungene Veranstaltung!

Alle teilnehmenden Flugzeuge und Hubschrauber finden Sie auch hier in der Galerie, hier ein paar Kostproben.

  • 89+55, Sea King Mk.41, Deutsche Marine
  • Zugriffe: 498
  • 84+74, CH-53G
  • Zugriffe: 485
  • ZA-714, CH-47 Chinook HC4, Royal Air Force
  • Zugriffe: 486
  • 89+55, Sea King Mk.41, Deutsche Marine
  • Zugriffe: 503
  • 98+35, Do-228LM
  • Zugriffe: 399
  • N434FS A-4 Skyhawk
  • Zugriffe: 504

 

Uelzen im Oktober 2013,
Text und Fotos (C) Jan Koennig