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Erstmals seit 15 Jahren hat Russland nicht Kompanien, sondern ganze Divisionen auf das Kriegsfeld geschickt, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

Natürlich geht es nicht um einen Realkrieg, sondern um das groß angelegte Manöver "Juschny Schtschit-2006" ("Südlicher Schild-2006") im Raum Wolga/Ural. Am gestrigen Mittwoch wohnte Verteidigungsminister Sergej Iwanow der Übung bei.

Die Übungskämpfe wurden auf einem Territorium ausgetragen, wo 4,5 Millionen Menschen leben. Daran nahmen über 20 000 Soldaten und Reservisten teil, was mit der Armee eines kleinen europäischen Staates vergleichbar ist. Die Truppen operierten auf zwei Übungsgeländen mit einer Gesamtfläche von 300 Quadratkilometern.

Laut Übungsplan mussten die Truppen "Nord" die Offensive der Truppen "Süd" abwehren. Das taktische Spiel wies alle Merkmale eines regelrechten Krieges auf. Die Batterien ließen es an Geschossen und Raketen nicht fehlen, während die Fliegerkräfte massiv den angreifenden Feind attackierten.

Auf dem Tozki-Gelände, ein paar hundert Kilometer vom Raum des jetzigen Manövers entfernt, hatte die sowjetische Armee vor vielen Jahren unter dem Kommando des damaligen Verteidigungsministers Georgi Schukow erstmals ihr Vorgehen nach einer realen Atomexplosion trainiert.

Wie der gegenwärtige Verteidigungsminister, Sergej Iwanow, sagte, ist das jetzige Manöver das größte in diesem Jahr. "Um es zu organisieren, mussten wir viele Fahrzeuge und Menschen um fast 1 500 Kilometer verlegen und dafür 98 Eisenbahnzüge in Anspruch nehmen", berichtete er. Während des Manövers wurden 1 100 Tonnen Munition verbraucht. Natürlich sind solche Übungen teuer, stellte Iwanow fest. Doch das Verteidigungsministerium werde derzeit gut finanziert und scheue keine Kosten, um mehrere tausend Offiziere auszubilden, die bisher an keinen derartigen Übungen teilgenommen haben.

"Während der Übung haben wir uns von der Wirksamkeit der Verbände der ständigen Kampfbereitschaft überzeugt, die aus Berufssoldaten bestehen", sagte Iwanow. "Außerdem mobilisierten wir mehr als 4 000 Reservisten, die ihre Kampfbereitschaft nachwiesen."

Im Etat 2007 seien die Ausgaben für die Kampfausbildung der russischen Streitkräfte um 23 Prozent auf 24 Milliarden Rubel (umgerechnet 700 Millionen Euro) erhöht worden, teilte der Minister mit.
(Quelle RIA)

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