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Gegen das Jahr 2015 wird die russische Armee bis zu 2000 neue Artilleriegeschütze bekommen, teilte Wladimir Sarizki, Chef der Raketentruppen und Artillerie der russischen Streitkräfte, mit.

Den Löwenanteil davon wird die Msta-S (benannt nach dem westrussischen Fluss Msta) ausmachen.

Die Selbstfahrlafette 2S19 Msta-S, eine Haubitze, wurde 1989 in die Bewaffnung aufgenommen. Haubitzen sind Artilleriegeschütze, deren Rohr um mehr als 45 Grad gegenüber dem Horizont angehoben wird und die wie Granatwerfer über hohe Hindernisse hinweg schießen können.

Msta-S ist für die Vernichtung von taktischen Kernwaffen, Artillerie- und Granatwerferbatterien, Panzern und anderer gepanzerter Technik, Panzerabwehrmitteln, Menschen, Mitteln der Luftverteidigung und Raketenabwehr, Führungsstellen sowie für die Zerstörung von Befestigungsanlagen und das Verhindern von Manövern der Reserven des Gegners in der Tiefe seiner Verteidigung bestimmt.

Zum ersten Mal wurde die Haubitze auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Schukowski bei Moskau im August 1992 und dann auf der Schau IDEX-93 in Abu Dhabi gezeigt, wo sie ausgezeichnete Fahr- und Feuereigenschaften demonstrierte.

Neben der hohen Treffgenauigkeit verblüffte Msta-S die Spezialisten durch ihre Feuergeschwindigkeit. In einer Minute kann sie acht bis zehn Geschosse abfeuern.

"Eine derart hohe Feuergeschwindigkeit wird dank dem automatischen Ladesystem der Haubitze erreicht", sagte der Chefkonstrukteur des Geschützes, Juri Tomaschow. Msta-S ist mit 50 Geschossen bestückt.

Die Haubitze zeichnet sich durch komfortable Bedingungen für die Gefechtsbesatzung aus. Erstens befinden sich die Soldaten während des Schießens im Inneren des Turmes, wobei die Panzerung der Msta-S sicher gegen Splitter und Kugeln schützt. Zweitens sind sie gegen chemische, bakteriologische und radioaktive Verseuchung des Geländes geschützt. Drittens ist der Rohrhinterteil des Geschützes mit einer hermetisch abgedichteten Abdeckhaube versehen.

Aber der Hauptvorzug der Msta-S ist nach Meinung des Chefkonstrukteurs das Feuerleitsystem (russ. Abk.: ASU). Dieses System löst mit hoher Effektivität jegliche Kampfaufgaben. Zu dem ASU gehören auch ein ballistischer Rechner, Geräte für topographische Einmessung und Orientierung sowie ein Satellitennavigationssystem. Es besteht auch die Möglichkeit, eine lange Zeit die Informationen über mindestens zehn Feueraufgaben zu speichern. Dabei ist das System durch die Verbindungslinien, darunter auch codierte, nicht nur mit der Apparatur der Beobachtungsstelle auf der Feuerlinie, sondern auch an die unbemannten Flugkörper des Typs "Ptschela" ("Biene") verbunden. Darunter auch mit den Frühwarnflugzeugen A-50 (russisches Analogon der AWACS).

Einige ausländische Staaten zeigten Interesse für den Erwerb von Haubitzen Msta-S, die für das NATO-Kaliber von 155 mm modernisiert sind. Im Vergleich zu ausländischen Analoga ist die russische Haubitze wesentlich günstiger.

Unter den interessierten Ländern sind Indien, Argentinien und Chile, um nur einige zu nennen. Der Hauptvorzug der Exportvariante der Msta-S im Vergleich zu westlichen Analoga besteht darin, dass bei der russischen Haubitze die Zuführung der Kartuschbeutelladung automatisch und bei den ausländischen Analoga manuell erfolgt. Es gibt noch einige know-how, die in die Exportvariante der Msta-S eingegangen sind. Eben darauf ist das erhöhte Interesse solcher größten Produzenten von Artilleriewaffen wie die USA und Schweden für die Selbstfahrlafette 2S19 Msta-S zurückzuführen.

(Quelle: RIA)

 

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